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Mona Hatoum
Corps étranger
1994
Le Centre Pompidou Paris, Frankreich

21-85-Corps Etranger Hatoum

Bildrechte (Foto / Werk):
© Paris, Musée National d´Art Moderne
© Bildrecht, Wien, 2014

Quellenangabe:
http://prometheus.uni-koeln.de


    Die Künstlerin verwendet für diese Arbeit ein Endoskop, mit dem sie ihren Körper innen und außen zeigt. Die Bilder, die dabei entstanden sind, wurden in einem kleinen Zylinder auf den Boden projiziert und mit Atem- und Herzgeräuschen untermalt. Durch die Enge des Raumes fühlen sich die BesucherInnen bedrängt und werden sehr direkt und eindringlich mit Einblicken in einen fremden Körper konfrontiert. Die Künstlerin objektiviert und fragmentiert den Körper, und gibt gleichzeitig intimste Bereiche ihrer selbst frei, wie zum Beispiel den Blick in ihre Vagina. Man könnte behaupten, die Videoinstallation „kehrt den vergegenständlichenden männlichen Blick um",[1] sie stülpt das Innerste nach außen. Wie bei einer „Vagina dentata" – einer gezahnten Vagina, werden die BetrachterInnen „in den Körper hineingezogen"[2] statt ihn bloß zu betrachten.[3] Hatoum zeigt allerdings wenige Szenen, in denen man den präsentierten Körper als eindeutig männlich oder weiblich identifizieren könnte.[4] Es ging der Künstlerin auch darum zu zeigen, wie medizinische Technologien Identitäten auflösen und wie wichtig es ist, uns unserer Individualität bewusst zu werden.

Biografie: http://de.wikipedia.org/wiki/Mona_Hatoum