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pfeil-rechts
Valie Export
Genitalpanik
1969

21-70-Genitalpanik Export

Bildrechte (Foto / Werk):
© Bildrecht, Wien, 2013

Quellenangabe:
http://prometheus.uni-koeln.de


    Valie Exports Performance „Genitalpanik" fand in einem Münchner Kino statt, das die Künstlerin mit einer im Schritt aufgeschnittenen Hose betrat. Sie bewegte sich durch die Kinoreihen, präsentierte ihr Geschlecht und verlautbarte, dass das Publikum das, was es sonst nur auf der Leinwand zu sehen bekommt, jetzt real vor Augen hat.[1] Als greifbares weibliches Objekt ist sie so in der Lage, die Blicke des Zuschauers zu erwidern. Die Gäste waren irritiert und verließen das Kino. Export sagte zu ihrer Aktion in einem Interview: „Außerhalb des Filmkontexts war es für sie (die BesucherInnen, Anm.) etwas vollkommen anderes, mit diesem besonders erotischen Symbol in Kontakt zu kommen".[2] In der Fotoserie zur Aktion „Genitalpanik" hält sie ein Gewehr in ihren Händen und präsentiert ein typisch männlich konnotiertes Gebaren, das Macht abbildet. Sie verändert durch diese Fotos den männlichen Blick auf die Frau, indem sie das gängige Frauenbild dekonstruiert und die Botschaft sendet, als Frau selbst die Macht zu ergreifen und frei über den eigenen Körper und die eigene Sexualität zu verfügen. Export dazu in einem Interview aus dem Jahr 2011: „Die Probleme von Sexualität und Macht sind immer noch vorhanden, für Frauen wie für Männer".[3] In ihrem Oeuvre steht sie selbst mit ihrem Körper im Mittelpunkt ihres künstlerischen Schaffens.

Biografie: http://www.valieexport.at/de/biografie/